Engels Zweigstelle des staatlichen Archiv Saratower Gebiet
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Seit 1990 ist die Filiale des GASO in Engels, d.h. das ehemalige Archiv des Deutschen Gebiets, später der Republik der Wolgadeutschen den Forschern zugänglich, und seine Bestände werden also benutzt.

Die Dokumente der prärevolutionären Periode (seit den Zeiten der Katharina II.) und des postrevolutionären Zeitabschnittes (1917—1941) werden wissenschaftlich aufbereitet und verwendet. Beschränkungen betreffen nur diejenigen Akten, die Wiederherstellung brauchen, deren physikalischer Zustand es nicht zuläßt, daß sie ausgegeben werden könnten. Suche

Das Archiv nicht nur verwahrt, sondern auch benutzt die Dokumente weitestgehend. Es beantwortet genealogische Anfragen, nimmt geschichtliche Akten der Wolgadeutschen von öffentlichen Organisationen und Privatpersonen auf.

Es gibt einen neuen personellen Bestand im Archiv, und zwar der von Frau Je.M.Jerina, Direktorin des Archivs, verdienter Kulturschaffenden und ehrenvoller Archivarin der Russischen Föderation. Der Bestand ist eine wichtige Quelle der geschichtlichen und kulturellen Erforschungen über Wolgadeutschen. Das ist eine große Gesamtheit von Dokumenten aus 1806—2000, die von ihr gesammelt oder geschaffen wurden. Die wissenschaftlichen Arbeiten der Direktorin sind durch veröffentlichte und unveröffentlichte Aufsätze, ihre Urmanuskripte vertreten. Der Bestand enthält auch die Urquellen ihrer Werke, Originale und Kopien der Dokumente und Auszüge daraus. Ein großer Teil des Bestandes besteht aus Materialien, die die Geschichte der Wolgadeutschen seit der Zeit der Besiedlung des Wolgagebietes von Kolonisten bis heute spiegeln. Die Eigenart des vorliegenden Bestandes liegt darin, daß er auch graphische Materialien, solche wie Landkarten, Fotos, Zeitungsartikel, Aufsätze anderer Autoren zusammenfaßt. Darunter kann man Aufruf an Sowjetdeutschen der gesellschaftlich-politischen Organisation “Rußland” (1991), Protokoll der Organisationssitzung des Deutschen Rot-Kreuz-Komitees im Dorf Krasny Jar am 21 Juni 1922, Geschichte der Republikanischen Deutschen Sprechbühne der Stadt Alma-Ata (Kasachstan) (1980—1990), Dokumente betreffs der Zusammenarbeit des Archivs mit dem Deutschen Theater in Kaliningrad, Genealogie des Peter Alois Antoni (der in dem Dorf Tonkoschurowka des Nowousensker Ujesds des Samaraer Gouvernements 1897 geboren war) und die der Familie Spomer, aus dem Dorf Zürich (Sorkino) gebürtig, besonders merken.

Von gewissem Interesse können Übersetzungen und Kopien anderer Autoren sein: A.Eisfeld “Die Deutschen der Sowjetunion—zwei Jahrzehnte nach der Rehabilitation (nach 1955)”, Erinnerungen des Johannes Gerber “ Übersiedlung, Trudarmee und Heimkehr”, kulturell-historische Skizzen “Die Grimmer Zentralschule” des A.Mattern und “Die Schulen des Wolgadeutschen Gebiets früher und jetzt [1935—1939] ” des I.Schaufler. Bemerkenswert sind die Pläne des Dorfes Zürich 1763—1941 mit Angabe der Straßen und Namen der Hausbesitzer, Schema des Dorfes Susly (Herzog) und farbige Bilder der katholischen Kirche dieses Dorfes.

Nebst den obengenanten Dokumenten hat der Bestand reiche wisenschaftliche Materialien über die Geschichte und Kultur der Stadt Engels (bis 1934 Pokrowsk), inklusive ihrer Umgegend, seit dem Moment deren Bildung im Jahre 1914 bis heutzutage.

Laut Verzeichnis Nr.2 sind in dem Bestand ca. 135 Fotos beschrieben.

Es wächst das Interese der Forscher für das veröffentlichte Verzeichnis P-1831, wessen Dokumente erregen die Aufmerksamkeit nicht nur der Fachleute, sondern auch der Liebhaber. Dort gibt es die Tagebücher des Johann Georg Mering (1773—1775) und des Johann Wall, wo über das Leben der Mennoniten in Westpreußen und an den Wolgaufern erzählt wird. Weiter gibt es Materialien über Besiedlung und Erschließung der Wolgagenden durch Deutschen; darunter sind auch Werke unbekannter Autoren, Schriften des Kolonisten Ludwig Müller aus Norka, Lebenslauf eines Kriegsgefangenen aus Deutschland (1889—1929), Arbeit des Ferdinand von Walberg “Entstehung der Heimatliebe bei den Wolgasteppenbewohnern”, die 1914 in Helsinki zum 150sten Jahrestag der Anlage wolgadeutscher Kolonien herausgegeben wurde. Dort befinden sich auch viele Arbeiten von A.Schneider, Lebsack, H.Schaab, I.Erbes, L.Zorn und anderer.

Ungeachtet der Zugänglichkeit der Bestände, sind mehrere davon noch nicht untersucht, was von der Dozentin des Angent-Universität (Frankreich) Martine Uono und dem Doktor, Professor der Wassedo-Universität (Japan) Takeo Suzuki bemerkt wurde. M.Uono hat an der Doktor-Dissertation “Geschichte der Statistik im Saratower Gebiet und der ASSR WD” und T.Sudsuki hat an das thema “Die Stolypinsche Landreform und deutsche Gemeinden des Wolgagebiets” respective gearbeitet.

Die unerforschten Bestände des Volkskomissariats für Landbestellung und der Verwaltung der wirtschaftlichen Erfassung sind von besonderem Interesse; darin gibt es statistische Angaben über Volkszählung, Industrie, Viehbestand, Untersuchungen der Bauernwirtschaften, Ernteertrag, Berichte von Industriebetrieben, Kolchosen, Sowchosen, Maschinen- und Traktorenstationen, Berichte über die Tätigkeit der wissenschaftlichen und Volksbildungsanstaten, Anstalten der Kultur, Transport-, Verbindungs- und übliche Betriebe. Der Bestand der Volksbildungskomissariats hat Akten über die Arbeit der Vorschulerziehungsanstalten, Schulen, Techniken, Hochschulen, Bekämpfung des Analphabetentums und Einführung der allgemeinen obligatorischen Mittelschulbildung. Man kann die Geschichte der Deutschen Pädagogischen Instituts und seiner unikalen Bibliothek, des Instituts für Weiterqualifizierung der Lehrer, des Deutschen Landwirtschaftlichen Instituts kennenlernen. Es gibt weiter interessante Dokumente der Kongresse und Konferenzen der Volksbildungsangestellten, Beiträge zur Herausgabe der Lehrbücher in deutscher Sprache usw.

Die Ordnung der Arbeit der Forscher wird durch die Regeln der Arbeit der Benutzer in den Lesesälen aller Staatsarchive der Russischen Föderation bestimmt, die in Moskau 1998 bestätigt worden sind, und durch das Denkzettel für Benutzer, die in dem Lesesaal der Filiale der Staatsarchivs des Saratower Gebiets in der Stadt Engels arbeiten, das 2001 bestätigt worden sind.

Erlaubnis zur Arbeit in dem Lesesaal wird von der Direktorin gegeben. Sie und der zuständige Hauptspezialist erteilen fachmännische Ratschläge.

Im Prinzip gibt es keine Beschränkungen der Benutzung von Archivmaterialien.

Zur Arbeit im Archiv braucht man russische und deutsche Sprachkenntnisse zu haben.

Den Forschern sind Listen der Bestände, Karteien, Kataloge, Verzeichnisse und ein kleiner Bibliothekbestand zur Verfügung.

Da es keinen wertvollen Lesesaal gibt, sind die Direktorin und Hauptspezialist stets auf die Lösung einer sehr komplizierten Frage angewiesen—Bestimmung der Reihenfolge in der Arbeit der Forscher. Mit jedem Jahr wird das Problem noch akuter, denn das Interesse an den Archivbestände wächst. Am populärsten sind die verschiedenste Aspekte der Geschichte der Wolgadeutschen, mit der Besiedlung beginnend und bis zur Bildung und Tätigkeit der ersten deutschen Autonomie.

Eine vorgenommene Analyse stellte fest, daß das Lesesaal empfing 531 Forscher während der Periode 1990—2002, von denen 464 laut dem angegebenen Thema arbeiteten. 38 Menschen unter ihnen waren Vertreter des Fernauslandes.

Das Kontingent der Benutzer bestand meistenteils aus Professoren, Lektoren, Aspiranten und Studenten von Hochschulen, Museenarbeiter, Vertreter von Forschungsinstituten, verschiedenen öffentlichen Organisationen, Machtorganen und Behörden, Berichterstattern und Privatpersonen.

Die Ziele ihrer Arbeit: Monographien und Dissertationen, wissenschaftliche Aufsätze, Diplomarbeiten, Heimatkunde-und genealogische Forschungen usw.

Die Geographie der Forschungen ist sehr verschiedenartig: Saratow, Samara, Wolgograd, Uljanowsk, Kostroma, Novossibirsk, Uralsk, Kaliningrad, Sankt-Petersburg, Moskau sowie Nahausland (Kasachstan) und Fernausland (Deutschland, Frankreich, Amerika, Japan, Norwegen…).

Die Arbeit mit Archivbeständen wird durch Nichtvorhandensein eines Bestandnachschlagewerkes erschwert,und solch ein Nachschlagewerk kann man ohne Finanzierung nicht kreieren.