Engels Zweigstelle des staatlichen Archiv Saratower Gebiet
Zusammenarbeit
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Bis zum Perestroika war es nicht erlaubt, die Filiale des Staatsarchivs des Saratower Gebiets in der Stadt Engels (EF GASO), das ehemalige Zentralarchiv der ASSR WD weder in offiziellen Dokumenten, noch in Presseorganen zu erwähnen. Die Situation begann sich unmerklich zu ändern. Die sich geänderte Einstellung und Politik des Staates bezüglich der gemaßregelten Völker trug dazu bei.

1989 wurde die erste Konferenz der Deutschen der Sowjetunion in Alma-Ata abgehalten, wohin das Saratower Gebietskomitee der Kommunistischen Partei die Archivdirektorin entsandt. Da sie über die Anwesenheit hochgestellter Gäste aus Deutschland und der vaterländischen Regierung im Bilde war, sprach sie mit besonderem Nachdruck von dem Archiv, um die beiden Seiten auf dessen Bestände aufmerksam zu machen, welche den größten Teil der Dokumente über Wolgadeutschen enthalten. Dann waren die ersten Beziehungen mit ausländischen Partnern aufgenommen, und zwar mit D-r A.Eisfeld—Geschäftsführer des Instituts für Deutsche und Osteuropäische Forschungen in der Stadt Göttingen, dem Auswanderer aus dem Wolgagebiet Schriftsteller Harold Belger—Herausgeber des gesellschaftlich-politischen Almanachs “Phönix”, der in allen deutschsprachigen Ländern abgesetzt wird. In dieser Sammlung wurden Arbeiten über die Geschichte des Deutschen Staatstheaters, der Marxstadter Musikschule und Bibliothek, des Zentralmuseums der ASSR WD, über den Kampf der Stadt Pokrowsk um Unabhängigkeit (1923 wurde Pokrows zur Hauptstadt der deutschen Autonomie) u.a. veröffentlicht.

Nach dem Alma-Ataer Forum wurde die Direktorin zur wissenschaftlich-praktischen Allunionskonferenz eingeladen, die von dem Imstitut des Marxismus-Leninismus in Moskau im November 1989 abhielt. Zum ersten Mal veröffentlichte man einen gedrängten Überblick “Zur Geschichte der Formierung von den Archivbeständen über die Wogadeutschengeschichte” in der Sammlung der Vorträge. Danach begann das Archiv größere Aufmerksamkeit zu genießen. Seine Mitarbeiter wurden zu allen Forumen eingeladen, die den Rußlanddeutschen gewidmet waren, und wir benutzten ihre Bühne zur Popularisierung der Bestände, zur Lenkung der Aufmerksamkeit auf die Probleme des Archivs, auf die Notwendigkeit der Errichtung eines neuen Gebäudes oder eines Anbaus zu dem bestehenden (I. Kongreß der Sowjetdeutschen—März 1991, Kongreß der Deutschen aus der Union der Souveränen Republiken—Oktober 1991, Kongreß der Deutschen aus der GUS—Mai 1992, 3.Kongreß der Deutschen aus der GUS—1993, und vier Kongresse der Wokgadeutschen—Februar 1993, März 1995, April 1997, August 1999).

Außer den Auftritten, wo man wieder Nachdruck auf die Einmaligkeit der Archivbestände bzw. Dokumente, inklusive wertvollste Manuskripte legte, die weder untersucht noch aufbereitet sind und während Jahrzehnte ihrer Publikation harren, veranstaltete man Ausstellungen von Dokumenten in den Foyers der Kongresse, was dem Zuwachs unserer internationalen Beziehungen behilflich war.

Die Ausrichtung auf Aufnahme von Beziehungen mit ausländischen Partner zwecks weitestgehende Auswertung der Dokumente ließ uns um annehmbare Arbeitsbedingungen für Benutzer aus dem Ausland kümmern. Das Lesesaal mit zwei Plätzen wurde von Prof. F.Long, Prof. I.Eihorn, D.Kur (USA), W.Herdt, L.Griebel, K.Schmeer, W.Dönninghaus (Deutschland), M.Uono (Frankreich), T.Suzuki (Japan) u.a.m. positiv geschätzt.

Die Archivare popularisierten die den Deutschen gewidmeten Archivdokumente in ihren Aufrufen an fremde Partner, sie auf die Notwendigkeit der Publikation der Manuskripte der Gelehrten, die man im Archiv aufbewahrt, aufmerksam dringlich machend.

Im November-Dezember 1995 nahm die Archivdirektorin Je.M.Jerina an der Arbeit der internationalen Konferenz in Göttingen teil, mit einem Überblick der Bestände aus 1767—1941 auftretend, wo sie die Notwendigkeit der Veröffentlichung der Werke von J.Ditz, A.Lonsinger, der Heimatkundearbeiten abermals unterzeichnete. Dort wurde der Gemeinschaftsprojekt geboren, in den Rahmen wessen wurde 1997 das unikale Manuskript von J.Ditz “die Geschichte der wolgadeutschen Kolonisten”, von Igor Plewe, Kandidaten der historischen Wissenschaften redigiert, veröffentlicht.

Viele Jahre wendeten sich die Archivare an ihre ausländischen Kollegen in Essen und Mannheim, an alle Forscher, die in unserem Lesesaal gearbeitet hatten, mit der Bitte, ihnen die unikalen Dokumente, die uns aus dem ehemaligen Zentralmuseum der ASSR WD übergeben worden waren, aufzuarbeiten. Die Akten waren meistenteils wie Manuskripte von Erbes, Zorn, Fritzler u.a. beschrieben, ihr Zustand war chaotisch, die Autorschaft mehrerer Werke war nicht festgestellt worden. Die Arbeit wurde durch die Unlesbarkeit der Handschrift erschwert; größtenteils sind die Dokumente in gotischer Handschrift verfaßt, die von den derzeitigen Gelehrten beide in Rußland und in Deutschland nicht gelesen werden kann. Die Archivare wendeten sich an W.Herdt, weil sie wußten, das er der Schriftgotik kundig war, sowie an A.Eisfeld. Nebst den Archivaren arbeiteten viele Fachleute an diesen Dokumenten (z.B. O.Litzenberger, Kirchenmaterialien aufbereitend).

Als Resultat der gemeinschaftlichen Tätigkeit entstand das unikale Verzeichnis

P-1831 “Sammlung der Dokumente über Geschichte und Kultur der Wolgadeutschen aus 1764—1941”, die Popularität bei Forschern zur Zeit genießt. Der Herausgeber war das Göttingener Referat des Nord-Ost-Instituts in Lüneburg. Das ist das zweie veröffentlichte Verzeichnis. Das erste war das des Volkskomissariats für Volksbildung der ASSR WD; es is mit einem Vorwort in Moskau, Verlag Gotika 1997 im Rahmen des Gemeinschaftsproekts des Götingener Zentrums und der Archivfiliale herausgegeben.

Während der Arbeit an dem Verzeichnis der Sammlung wurden alle deutschen Volkslieder systematisiert, die einst von den Gelehrten der Deutschrepublik Emma und Georg Dinges, A.Dulson, G.Schmieder und anderen gesammelt worden waren.

Schon 1989 begann die Zusammenarbeit des Archivs und der Amerikanischen Historischen Gesellschaft der Deutschen aus Rußland (Lincoln, Nebraska) auf Initiative des Professors der Colorado-Universität D.Long. Dank seiner wurde es über die Geschichte des Engelser Archiv in der “Historischen Zeitschrift” dieser Gesellschaft erzählt. Neben dem Artikel waren auch Ansichten von Engels (der vormaligen Hauptstadt der ASSR WD) sowie die Fotos des Archivs und dessen Aufbewahrungsraum gebracht (1. Heft des Jahres 1994, Übersetzer R.Rye)

Im Jahre 1998 nahm die Archivdirektorin Je.M.Jerina an der 29. Konferenz (Versammlung) anälßlich des 30sten Jahrestag der Gesellschaft teil, wo sie mit zwei Vorträgen auftrat: “Die Archive der ehemaligen ASSR WD—goldene Informationsquelle der Genealogie und Geschichte der deutschen Kolonisten der Jahre 1767—1941” (veröffentlicht in der Zeitschrift der Gesellschaft, Heft 1, 1999) und “Sitten und Bräuche der Wolgadeutschen”

Das Archiv nimmt an dem internationalen Projekt Rußlands und Deutschlands “Rußlanddeutschen”-Enzyklopädie teil. Es wurden zwei Artikel in dem ersten Band publiziert.

Das Archiv popuparisiert seine Materialien vermittels eines wissenschaftlichen Informationsblattes, das von der Internationalen Assoziation der Forscher der Geschichte und Kultur der Rußlanddeutschen, dem Institut für Deutsche und Osteuropäische Forschungen in der Stadt Göttingen, der wissenschaftlichen Komission für Probleme der Deutschen in Rußland und der GUS (Göttingen), dem Internationalen Verband für deutsche Kultur mit Ünterstützung von seiten der Regierung Deutschlands herausgegeben wird.

Das Archiv sucht stets ausländische und russische Partner, ihnen immer neue und neue Materialien zur Ausgabe bittend. Z.B., das Tagebuch des Deputierten der ersten Staatsduma J.Ditz, das er in dem Saratower Gefängnis schrieb, wo er drei Monate für Unterzeichnung des Wyborger Aufrufes abbüßte. Man vermutet, es sei notwendig, das Tagebuch mit der Biographie des Gelehrten zu versehen, welche im Archiv auch vorhanden ist.

Die Archivare bitten auch statistische Angaben über die Schule der Kirchspiele, der Lehranstalten, Daten über Priester während des 19. und 20. Jahrhundertes, die von G.Staub 1875 und von Sabelfeld 1898—1890 gesammelte Lieder, eine Reihe unveröffentlichter Werke über Geschichte der Rußlanddeutschen, Materialien “Unser Kanton” u.a.

2000 wurde die Gesellschaft der Freunde der Engelser Archivs durch den Internet auf die Initiative der Frau Beljakowa-Miller (Südafrika), Herrn Lang (unseres Spenders aus Deutschland), Herrn Stugart (USA) kreiert.

Hoffentlich wird unsere weitere Zusammenarbeit mit den ausländischen Partnern die interessantesten Manuskripte und geschichtlichen Dokumente über Wolgadeutschen publizieren lassen.